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Warum das was du möchtest nicht immer das ist was du brauchst

Dragon Door KettlebellsDu weißt was Du willst…

…und ich sage Dir was Du brauchst.

Mein Job als Trainer ist, dass du bekommst was du möchtest. Jedoch versuche ich dich vorher davon zu überzeugen was du brauchst.

Nehmen wir einmal an ich möchte mir ein Auto kaufen. Ich weiß genau was ich will. Porsche 911 Cabriolet. In weiß.

Wenn ich an einen guten Verkäufer gerate und mit „gut“ meine ich, dass er meine Interessen vor seine eigenen stellt, holt er sich noch ein paar Informationen von mir.

Er weiß schon was ich will jedoch weiß er noch nicht was ich brauche. Ich, der potentielle Käufer, bin seit vier Jahren selbstständig. Beruflich fahre ich täglich kürzere Strecken und brauche dafür ein Fahrzeug wo ich ein paar Gewichte rein schmeißen kann und in jede Parklücke passe. Es sollte auch sparsam im Verbrauch sein, da ich durch meine Selbstständigkeit versuche alle laufenden Kosten für die Firma möglichst gering zu halten.

Um die Geschichte etwas abzukürzen. Ich hatte einen guten Verkäufer und fahre im Moment einen Aygo und bin total zufrieden mit dem Kleinen.

Ich will den Porsche immer noch. Doch um zu bekommen was ich will, brauche ich im Moment den Aygo. Klar könnte ich mich total verschulden und jetzt schon Porsche fahren jedoch will ich gerne jede Fahrt genießen statt ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich es mir noch nicht leisten kann.

Spannen wir den Bogen zu meiner Tätigkeit als Trainer.

Frau XY möchte nach Schwangerschaft und zehn Jahren ohne Sport wieder genauso aussehen wie zu ihrer Hochschulzeit als sie aktiv im Turnverein war. Das Ganze möchte sie in acht Wochen erreichen, um pünktlich zum Sommeranfang für die Schwimmbad Saison bereit zu sein. Sie weiß was sie will. Doch kann sie es sich auch leisten?

Zu ihrer Hochschulzeit konnte sie sechs Mal die Woche zwei Stunden am Tag trainieren, hatte jede Menge Freizeit und keinen Stress. Heute ist sie Mama, hat einen Job und Rückenschmerzen. Was sie braucht ist ein Programm als Ausgleich für ihren Alltag und zur Beseitigung der Rückenschmerzen. Wenn ich es schaffe das sie dies erkennt, kann sie das was sie will irgendwann auch erreichen.

Ein anderes Beispiel. Hobbysportler Z möchte sein halbes Körpergewicht in Form einer Kettlebell über Kopf pressen können. Klar, wer will das nicht? 🙂 Er sitzt jeden Tag neun Stunden im Büro und seine Körperhaltung spricht Bände. Was er viel nötiger hat als sein halbes Körpergewicht über Kopf, ist eine verbesserte Mobilität in Brustwirbelsäule und Schultergelenken und definitiv mehr Rumpfstabilität. Wenn ich dies erfolgreich vermittle, können wir darauf ordentlich Kraft packen und das Ziel, sein halbes Körpergewicht über Kopf zu pressen, wird realistisch.

Leider ist der Weg den ich meist vorschlage nicht besonders sexy. Doch dafür ist er sehr nachhaltig.

Und auch wenn das jetzt hart klingt. Mir ist klar, dass ich nicht alle retten kann. Jedoch werde ich hier keine Kompromisse eingehen. Ich will keine Mutter im Burnout und auch keinen Hobbysportler mit kaputten Schultergelenken.

Du kannst alles bekommen was du möchtest; die Frage ist nur ob du es jetzt auch wirklich schon brauchst oder es dir leisten kannst. Mir macht es keinen Spaß immer der Spielverderber zu sein und mich nervt es auch das ich noch keinen weißen Porsche fahre. Andererseits weiß ich, dass sich meine Geduld irgendwann auszahlen wird.

Das Beste an der ganzen Geschichte jedoch ist, dass du merkst was du alles nicht mehr möchtest, wenn du erst einmal erkannt hast was du wirklich brauchst.

Wie sieht es mit dir aus? Mir ist klar, dass du weißt was du willst, aber hast du dir auch schon einmal die Frage gestellt was du brauchst, um es zu bekommen?

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Comments on this entry are closed.

  • Ramona March 24, 2015, 12:13 pm

    Hallo Sebastian,
    mir geht es wohl so, wie du es beschreibst. Ich möchte gern mein eigenes Körpergewicht in Form einer Langhantel drücken können (:-o) und 10 saubere Klimmzüge schaffen und und und. Da würde mir noch einiges einfallen. 😀 Aber der Rücken macht auch mir zu schaffen. Gründe in diesem Kommentar zu nennen wäre müßig. Leider finde ich hier niemanden wie dich, der mir den Weg dahin weist, was ich brauche (um mein Ziel irgendwann trotz gewisser Befindlichkeiten zu erreichen). Wobei im Moment mein kurzfristigstes Ziel ist, einen wieder schmerzfrei arbeitenden Rücken zu bekommen. Ich arbeite zwar dran, allerdings noch nicht sehr erfolgreich.
    LG, Ramona

    • Sebastian Müller March 25, 2015, 8:16 am

      Hallo Ramona,

      ich drück die Daumen, dass du deinen Rücken schnell wieder im Griff hast. Du weißt zumindest schon einmal, dass du da ansetzen darfst und der Rest dann schon kommt. Und du weißt worauf es im Training ankommt. Also lieber noch einmal einen kleinen Schritt zurückgehen, um dann wieder einen Sprung nach vorne machen zu können. 🙂

      LG Sebastian

      • Ramona March 25, 2015, 4:05 pm

        Danke, das tu ich. Immer wieder. 😀
        Ich hoffe, dass ich dich im Mai mal in Erfurt in deinem Studio besuchen kann und wieder eine Trainingseinheit bei dir absolvieren!