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Kettlebells – 10 Gründe warum du sie in dein Training einbauen solltest

Kettlebell Hand HDR1 kleinSolltest du das erste Mal von Kettlebells lesen, sei dir bewusst, dass dieser Artikel dein gesamtes Training verändern kann.

Als ich vor fünf Jahren über einen Artikel stolperte, in dem es um das Training mit der Kettlebell ging, veränderte sich alles.

Mein Interesse wurde geweckt oder passender, mein Feuer wurde entfacht.

  • für Training mit freien Gewichten
  • für Übungen die den gesamten Körper auf einmal trainieren
  • für kürzeres jedoch effektiveres Training
  • für nachhaltiges Training mit dem Ziel die Bewegungsqualität zu verbessern und leistungsfähiger zu werden

Mein gesamtes Training hat einen Paradigmenwechsel durchlaufen. Und nicht nur mein Training. Mein gesamtes Leben.

Heute trainiere ich Menschen, schreibe Artikel, gebe Seminare in ganz Deutschland und treffe fast wöchentlich großartige Menschen die das gleiche Feuer in sich tragen.

Unabhängig von meinen Erfahrungen habe ich hier ein paar gute Gründe für dich, warum du auf jeden fall die Kettlebell in dein Training einbauen solltest.

#1 Symmetrie

Du gleichst beide Seiten des Körpers an, wenn du mit Kettlebells trainierst. Und zwar nicht nur Kraft sondern auch Beweglichkeit und Stabilität. Das beginnt mit dem Turkish Get Up und ist auch bei den anderen einseitig ausgeführten Bewegungen mit der Kettlebell der Fall.

Da wir uns im Training auf unserer dominanten Seite etwas leichter tun, ist es eine gute Idee mit der schwächeren Seite zu beginnen. Diese gibt die Intensität (Gewicht der Kettlebell) und das Volumen (Runden und Wiederholungen) für die stärkere Seite vor.

So stellst du sicher, dass deine starke Seite nicht noch viel stärker wird und deine schwache Seite die Chance hat auch stark zu werden. Du wirst zwar immer eine gute und eine bessere Seite haben doch es macht Sinn beide anzugleichen.

#2 Niedrige Gewichte bei hohem Energieaufwand

Was tun, wenn du keine Langhantel und die passenden Gewichtsscheiben zur Hand hast? Nimm ein kleines Gewicht und beschleunige es. Ganz einfach oder? Physik.

Die ballistischen Übungen mit der Kettlebell greifen hier perfekt. Sie werden explosiv ausgeführt und die Kettlebell dient als Projektil welches abgeschossen wird. In unserem Fall halten wir das Geschoss allerdings fest. 🙂

Auch mit Intensitätstechniken wo mit größtmöglicher Körperspannung gearbeitet wird, kannst du ein relativ kleines Gewicht schwerer machen. Interessannter Weise fühlt sich das Gewicht anfangs schwerer an doch mit der Zeit wirst du auf diese Weise viel größtere Gewichte bewegen können als es ohne diese Körperspannung je möglich wäre.

Willst du das Maximum aus deinen Kettlebells herausholen, kommst du an der RKC (Russian Kettlebell Challenge) nicht vorbei. Dort lernst du alle Trainingsprinzipien und Techniken die für ein effektives Kettlebell Training nötig sind.

#3 Klein und handlich

Kettlebells sind durch ihre Form und den Griff extrem transportabel. Sie brauchen kaum Platz im Kofferaum. Du hast also immer dein eigenes kleines Gym dabei.

In den letzten Jahren war immer mindestens eine Kettlebell mit im Familienurlaub. Mit den oben angesprochenen Intensitätstechniken reicht auch eine kleinere Kettlebell völlig aus.

#4 Funktional

Training mit der Kettlebell ist funktional, solltest du trainieren um stärker im Alltag zu werden oder dich in deiner Sportart zu verbessern.

Es beinhaltet komplexe Bewegungsabläufe die mehrere Gelenke und Muskelgruppen gleichzeitig beanspruchen. Und mit den Trainingsprinzipien der RKC ist es eine alltagsrelevante und sportartübergreifende Trainingsform.

Spätestens nach deinem ersten AHA-Moment verstehst du was hier gemeint ist. Diese stellen sich in der Regel ein, wenn du im Alltag oder Sport etwas machst was dir früher Probleme bereitete und auf einmal völlig leicht von der Hand geht.

#5 Effizient durch Ineffizienz

Die Kettlebell wurde nicht für Trainingszwecke entwickelt. Im Ursprung ist die Kettlebell ein Wiegegewicht für Weizensäcke und andere Waren.

Irgendwann hat jemand (ich vermute mal aus Langeweile) damit angefangen diese Gewichte herumzuschleudern und zu stemmen. Da ein Nebenprodukt dieses Zeitvertreibs die schnelle  Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit war, stieg die Kettlebell vom Wiegegewicht zum Trainingsgerät auf.

Training mit der Kettlebell ist anstrengend. Es kostet Kraft und Energie sie zu bewegen. Ein Fahrrad im Vergleich spart Energie. Trainierst du auf einem Fahrrad musst du schon ein paar Sprints einbauen oder eine andere Art von Intervalltraining, um den Energieaufwand zu erhöhen. Es ist so konzipiert, dass du weite Strecken zurücklegen kannst ohne viel Energie zu verschwenden.

Ein Fahrrad für Trainingszwecke einzusetzen ist für mich daher sehr ineffizient. Du benötigst viel mehr Zeit um den gleichen Trainingseffekt zu erzielen wie mit einer Kettlebell. Das bedeutet nicht, dass es eine schlechte Idee ist ein Fahrrad für deine Trainingszwecke zu benutzen und du wirst auch leistungsfähiger dadurch. Es dauert halt nur ein wenig länger.

#6 Kombiniert Kraft und Ausdauer

Allein die sechs Grundübungen im RKC Trainingssystem reichen, um stärker und ausdauernder zu werden als du es dir je vorstellen könntest. Ich sehe es jeden Tag in meinen Kettlebell Kursen.

Beim Kettlebell Training wird unterschieden in Grinds (langsam ausgeführte Übungen mit hoher Körperspannung) und Ballistics (explosiv ausgeführte Übungen mit Wechsel zwischen Spannung und relativer Entspannung).

Turkish Get Up, Squat und Press sind Grinds. Swing, Clean und Snatch sind Ballistics.

Die Grinds machen dich stark und stabil. Die Ballistics machen dich ausdauernder und explosiver. Kombinierst du beide hast du gewonnen und dein Training ist an Effizienz kaum zu toppen.

Ein gutes Beispiel ist eine Clean und Press Leiter. Nimm dir eine Kettlebell und führe auf jeder Seite einen Clean und Press aus. Schüttel die Spannung aus dem Körper und führe auf jeder Seite zwei Clean und Press aus. Danach drei auf jeder Seite.

Eine klassische Leiter mit drei Sprossen. Auf dem Papier ist es 1×1-3 (Gesamt 6 Wiederholungen pro Arm).

Das Arbeitsgewicht mit der Kettlebell beim Mann ist die 24kg Kettlebell. Schaffst du es in unter 60 Minuten fünf Leitern mit jeweils fünf Sprossen (5×1-5) mit perfekter Form!!! auszuführen, kannst du darauf wetten, dass du stark und ausdauernd bist. Das sind 75 Wiederholungen pro Arm und insgesamt 3600kg die du vom Boden über Kopf gebracht hast.

Nur ein Beispiel und es gibt noch weitaus mehr.

#7 Fundamentale Bewegungen

Mit der Kettlebell kannst du alle fundamentalen Bewegungsmuster abdecken. Was wieder dafür spricht, dass du den gesamten Körper sehr ausgeglichen trainieren kannst.

Kleiner Plan als Beispiel:

1. Turkish Get Up (Groundwork)

2a. Press (Push)

2b. Swing (Hinge)

3a. Rudern vorgebeugt (Pull)

3b. Goblet Squat (Squat)

4. Farmers Walk (Loaded Carry)

Erfahre hier, wie du deinen eigenen Kettlebell Trainingsplan für Zuhause erstellst.

#8 Kräftigen Gesäß und sind gut für den Rücken

Ich spekuliere jetzt einfach mal drauf los und behaupte du sitzt viel. Wie ich darauf komme? 80% der Bevölkerung geht einer sitzenden Tätigkeit nach. Und wenn du nicht während der Arbeitszeit sitzt dann wahrscheinlich abends auf der Couch.

Das stundenlanges Sitzen nicht das allerbeste für unseren „Bewegungs“-Apparat ist, hat sich ja mittlerweile herumgesprochen. Unsere fundamentale Beweglichkeit und Stabilität, die wir uns als Kinder hart erarbeitet haben, geht vor die Hunde.

Das hat mehrere Gründe. Was alles bei stundenlangen Sitzen passiert, würde hier den Rahmen sprengen. Ganz kurz: Es hat zur Folge das einer der stärksten Muskeln in unserem Körper, der Gesäßmuskel aka Hüftstecker, keine Ahnung mehr hat was seine Aufgaben sind. Muss er auch nicht denn die Hüfte ist den gesamten Tag gebeugt.

Das Nächste ist, dass unsere Schultern nach vorne kommen was durch übermäßiges innenrotieren der Arme (herumtippen auf Tastaturen oder stundenlanges Autofahren) noch zementiert wird.

Packe da noch das sogenannte „Chickenneck“ (Kopf kommt nach vorne) drauf und TA-DA, Volkskrankheit Rückenschmerz ist vorprogrammiert.

Da es auch den Rahmen sprengen würde zu erklären was alles allein der Turkish Get Up und der Kettlebell Swing hier für Wunder bewirken, nur das kurz das Wichtigste. Die Positionen im Turkish Get up sorgen dafür, dass deine Hüfte, Brustwirbelsäule und Schultern wieder beweglicher werden und parallel dazu deine stabilisierende Muskulatur kräftiger.

Der Swing aktiviert und kräftigt deine Gesäßmukulatur und stärkt dir den Rücken. Legst du dann noch den Fokus darauf mit jedem Swing deinen Hinterkopf durch die Krone zu stecken, hast du bald auch das „Chickenneck“ unter Kontrolle.

Zwei Übungen mit der Kettlebell und nach ein paar Wochen bist du um Zentimeter gewachsen, weil du wieder gerade stehst.

#9 Sind herausfordernd und nie langweilig

Auf den ersten Blick sieht Kettlebell Training nicht sehr spaßig aus. Der Spaß den du dabei hast, ist leider selten sichtbar. Du spürst ihn dafür umso mehr. Kettlebeller schauen so ernst, weil sie konzentriert bei der Sache sind.

Das ist es auch was die Kettlebell voraussetzt. Sie will ernst genommen werden. Wenn du sicher mit ihr trainieren möchtest, ist Konzentration ein absolutes Muss.

Weil du so viele Möglichkeiten hast sie in dein Training einzubauen, wird es auch nicht langweilig.

Leitertraining, Komplexe, Intervall Training, Training mit einer Kugel oder Training mit zwei Kugeln. Und die Möglichkeit sie mit anderen Trainingsformen und Geräten zu kombinieren, machst sie so wertvoll.

#10 Haben auch beim üben einen Trainingseffekt

Die Übungen mit der Kettlebell sind komplex. Du darfst sie eine Weile üben, um sie zu meistern. Doch selbst beim üben hast du einen Trainingseffekt.

Ein schönes Beispiel sind die Technik Seminare die ich regelmäßig gebe. In den Einsteiger Seminaren lernst du in drei Stunden zwei (2!) Übungen. Den Turkish Get Up und den Swing.

Wir gehen die Einzelschritte durch um die Bewegungen zu meistern. Einen großen Teil dieser Seminare haben wir keine Kettlebells in der Hand. Die meisten Bewegungen werden ohne Kettlebells einstudiert.

Und obwohl wir in den Seminaren „nur“ üben, ist die Rückmeldung der Teilnehmer immer die Gleiche. Ein- bis zwei Tage nach den Seminaren haben sie eine gute Vorstellung davon welche Muskeln die Übungen mit der Kettlebell kräftigen.

Ohne Training nur durch einfaches Üben. 🙂

Ich könnte noch weitere Gründe aufführen jedoch sollten zehn ein guter Anfang sein.

Solltest du mehr über das Training mit der Kettlebell erfahren wollen, empfehle ich dir die deutsche Seite der RKC. Hier findest du Einsteiger Seminare, Trainer und Kettlebell Studios und noch viele weitere Infos rund um dass Training mit der Kettlebell.

RKC Kettlebell Deutschland

Möchtest du eine eigene Kettlebell, geh auf Nummer sicher und lies dir diese Kaufberatung durch.

Kettlebell-Kaufberatung

Willst du sicher mit der Kettlebell trainieren und vor allen deinen Händen einen großen Gefallen tun, achte darauf Qualität zu kaufen.

Hast du schon Erfahrungen mit dem Kettlebell Training und kannst die genannten Gründe bestätigen, lass auf jeden fall einen Kommentar da.

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{ 7 Kommentare… add one }
  • Andi March 21, 2016, 4:27 pm

    Ich habe eine Frage zu den Kettlebells. Sie werden meist als das ultimative Fitnesstool dargestellt. Ich weiß nicht, ob es genau auf diesen Artikel passt.

    Ich beziehe mich hier mehr auf ballistische Übungen, denn Frontkniebeugen mit der Kettlebell (oder dergleichen) ist nun wirklich keine Alternative zu wirklichen schweren Frontkniebeugen an der Langhantel, vielleicht etwas für die Kraftausdauer.

    1)Nun aber zu den ballistischen Übungen. Es ist mir ein Rätsel, wie man hier an der Explosivität arbeiten kann, wenn man doch so viele Wiederholungen absolviert. Wenn man richtig ,wirklich richtig explosiv arbeitet, schafft man maximal 10 Wiederholungen. Mit der Kettlebell soll man aber nun mehrere Wiederholungen schaffen. Nehmen wir mal an 50 Wiederholungen. Hier ist keine Explosivität mehr vorhanden, lediglich eine schnelle Ausführung.

    2) Kraftaufbau? Verstehe ich auch hier nicht. Nehmen wir mal den 5 Minuten RKC Test zur Hand. Hier macht man ja unzählig viele Snatches. Soll das nun wirklich ein Vergleich sein, zu einem Gewichtheber, der einen Snacht mit über 150 kg macht? Wer hat nun mehr Kraft?
    Kettlebeller haben halt einfach eine hohe Kraftausdauer im Snatch.
    Oder anders: Steigert man sich von 16kg Snatch auf 20kg Snatch, hat man natürlich Kraft zugenommen, aber sehr wenig. Steigert man sich mit der Langhantel von 20kg auf über 100kg, das ist das 5-fache!

    3) Muskelaufbau? Nun haben wir ja alles. Viele Wiederholungen, wenig Gewicht, hier bekommt man doch keine Muskeln.

    In meinen Augen ist die Kettlebell einfach kraftorientiertes Widerstandstraining. Man kann mit Kettlebells einfach nicht das gesamte Spektrum an Trainingsbereichen abdecken, sprich Kraft, Schnellkraft, Kraftausdauer, Muskelaufbau, Fettabbau, Explosivität.

    • Sebastian Müller March 22, 2016, 9:25 am

      Hey Andi,

      danke für dein Feedback!

      Du hast Recht, die Kettlebells werden gerade gehyped. Vor allen wegen den vielen positiven Effekten die ein Training mit der Kettlebell auslöst.

      Wie immer kommt es auf das Ziel an. Für Breitensportler ist es das ultimative Trainingsgerät. Die wenigsten Sportler haben zum Ziel irgendwann einen Snatch mit 150kg auszuführen.

      Zu den Front Squats. Du wirst lachen. Ich habe letztens Front Squats mit zwei 32kg Kettlebells gemacht und bin voll auf meine Kosten gekommen. Zumindest bei meinem Körpergewicht. Mehr als 5 Wdh. waren nicht drin.

      Zu den Punkten. Hier musst du noch einmal unterscheiden, welchen Kettlebell Stil du anwendest (bin mir nicht sicher in wie fern du dich da eingelesen oder Erfahrungen hast).

      Ich schreibe hier über das RKC Training. Also den sogenannten “Hardstyle”. Klingt schlimmer als es ist. 🙂

      1. Bei den hohen Wiederholungszahlen bin ich bei dir. Deswegen gehen wir nicht so weit. Ich bin bei dir. Alles über 10 Wiederholungen ist nicht mehr so hart und explosiv, wie die erste Wiederholung. Deswegen führe ich in meinem Training auch in der Regel nie mehr als 10-15 Wdh. aus.

      Das Ganze jedoch mit maximalen Widerstand. Die größte Kugel die ich habe, ist 60kg schwer. Glaub mir, arbeitest du dich bis zu diesen Gewichten hoch, wirst du explosiver.

      Also, ich sehe es genauso. Für Explosivität viel Intensität bei wenig Wiederholungen.

      2. Ziel vom Snatchtest ist, deine mentale Fitness zu testen. 100 Snatches in 5 Minuten sind, wie du schreibst zu viele Wdh. und zu wenig Intensität. Aber du bekommst eine gute Idee über dein Durchhaltevermögen besonders, wenn du währenddessen auf strikte Form kontrolliert wirst und dir keine “No-Counts” einfangen willst.

      Gehe die Sache anders an. Beispiel Double Kettlebell Snatch (2 Kettlebells):
      Ich habe Paare bis 48kg (nicht das ich daran denken würde die zu snatchen – aber ich könnte es mir als Ziel setzen).

      Es ist wie bei der Front Squat. Klar, kannst du mit der Langhantel schwerer gehen (und das ist je nach Ziel vielleicht auch cleverer – wenn du z.B. einen höheren Reiz auf eine bestimmte Muskelgruppe oder Muskulatur legen möchtest). Doch nur weil du es gewohnt bist, schwer mit der Langhantel zu trainieren, bedeutet das keinesfalls, dass du auch nur ansatzweise so viel Gewicht mit zwei Kettlebells bewegen könntest.

      Same but different.

      Der Vergleich mit Snatchtest und 150kg Langhantel Snatch hinkt. Es ist ein bisschen, wie Äpfel und Birnen. Schwere Double Snatches und Langhantel Snatches passt schon eher.

      Wirst du bei Dbl. Snatches kräftiger? Auf jeden fall. Und es ist nur eine Möglichkeit. Ich würde russisches Leitertraining und den Clean und Press vorziehen, um schnell Kraft zu entwickeln.

      3. Kommt darauf an. Am Ende bekommst du den Hypertrophie Reiz mit mittleren Wiederholungen, mittleren Gewichten und hohem Volumen. Warum soll das mit Kettlebells nicht funktionieren? Das ist einzig eine Frage des Programming.

      Zum Abschluss: Ich glaube du kannst das gesamte Spektrum abdecken. Es kommt jedoch immer darauf an, wen du vor dir hast und wie seine Ziele aussehen.

      Klar ist, dass die Kettlebell nur ein Tool in einer großen Werkzeugkiste sein sollte. Aber für die meisten ist es ein ultimatives Werkzeug und in der Regel alles was sie für eine lange Zeit benötigen.

      Ich habe mit der Kettlebell mehr Leute für Widerstandstraining begeistern können als mit der Langhantel. Und es ist viel leichter jemanden einen Clean und Press oder Snatch mit der Kettlebell beizubringen als mit der Langhantel. Was keinesfalls bedeutet, dass das eine besser ist als das andere.

      Aber, wenn jemand erst gar nicht in Aktion kommt, bringt das beste Trainingswerkzeug nichts.

      Andi, ich lese aus deinem Kommentar heraus, dass du auf einem anderen Niveau trainierst und deine Ziele anders gesteckt sind, was Kraft und Explosivität anbelangt. Und das ist cool. Bedeutet sehr wahrscheinlich, dass die Kettlebell nie das ultimative Tool für dich sein wird.

      Aber gib der Kugel mal ernsthaft eine Chance. Ich meine so richtig. Halbes Körpergewicht im Turkish Get Up, “schwere” Front Squats (alles über 2x28kg), und double Swings. Alles mit perfekter Form versteht sich.

      Glaub mir, die Trainingseffekte (oder Transfer-Effekte) werden dich überraschen, solltest du dir die Zeit nehmen und dich wirklich in diese Sphären mit der Kettlebell hocharbeiten. 🙂

      Zum Thema ein Tool von vielen, check mal diesen Artikel aus: 🙂 3 effektive Werkzeuge fürs Krafttraining und die besten Übungen

      Danke noch einmal für deinen Kommentar Andi! Davon bräuchte es mehr. Und wie du siehst, sind wir uns bei allen Punkten einig. 😀

  • Andi March 23, 2016, 10:38 pm

    Hey Sebastian,

    Herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast mein Kommentar zu lesen und zu beantworten ;).
    Die Antworten waren alle informativ und haben doch einige Sachen und Irrwege meinerseits beiseite geräumt. Auch richtig toll, dass wir so ähnlicher Meinung waren, das überzeugt mich dann doch wieder mehr von der Kettlebell (speziell RKC) Community.

    Wie du schon gesagt hattest, habe ich andere Ziele als einfach nur ein wenig fit zu werden. Ich trainiere schon seitdem ich 16 bin, nun bin ich 23 und habe schon viele Wege eingeschlagen. Von Bodybuilding, über MMA, über Gewichtheben, RKC Kettlebell (einige Monate sehr intensiv), und momentan bin ich bei Calisthenics und noch einer Kampfsportart gelandet (Pekiti Tirsia Kali).

    Die Erfahrung, die ich überall herausgezogen habe, waren klasse. Und nun möchte ich nur doch mal “meinen Sport” finden. Bei Calisthenics habe ich gemerkt, dass es einfach nichts für mich ist. Vor allem die ganzen Tricks.
    Muscle-Up geht, Handstand-LS, 1-armige LS, 1 beinige Kniebeuge und paar Sachen an Ringen das sind die Sachen die bei mir nach einiger Übungszeit funktionieren.
    Allerdings solche Sachen wie Backlever, Frontlever, Human Flag,…
    sind für mich relativ schwer zu erlernen. Vielleicht weil ich groß bin (1,88m) oder vom Körperbau schon allgemein etwas schwerer oder oder oder. Ich kann sie erlernen, dennoch braucht es Exponential viel Übungszeit.

    Da mein eigentliches Ziel (extreme Körperbeherrschung) schon seit einiger Zeit ins wanken geraten ist und ich mir nicht sicher bin, ob es sich lohnt so “gegen” den Körper zu arbeiten. (Man stelle sich ja eigentlich vor man studiert Deutsch obwohl man Mathematik begabt ist..). Meine grundlegende Fertigkeit ist Rohkraft. Ich habe von Natur aus etwas mehr Kraft als andere. Daher habe ich mal die Trainingswelt durchforscht und geschaut was mir liegen könnte. Daher bin ich wieder auf die Kettlebells gestoßen. Wenn ich ehrlich bin möchte ich eigentlich nur meine Rohkraft vergrößern, aber ohne allzu viel Equipment und eigentlich ohne Langhantel (da habe ich momentan einfach keinen Spaß bei).
    Folglich bin ich etwas planlos wie ich mein Training momentan gestalten soll, es soll ja auch noch Kamfpsport Nutzen haben (Bodenkampf, Griffkraft, Schlag- und Trittkraft).
    Ich weiß nicht, ob ich dieses Ziel (bei meinen körperlichen Vorraussetzungen) nur mit dem Körpergewicht erfüllen kann. Auch bin ich planlos wieviel Energie ich noch in das Erlernen von Frontlever, Backlever stecken soll. Oder ich lieber an meiner Kraft feilen sollte.
    Außerdem möchte ich auch gerne mich auf eine Sache konzentrieren. Kettlebells + Langhantel + BWE + Kampfsport (Yoga mache ich ja uch noch :))
    Schön wäre so etwas:
    Kettlebells + Kampfsport + Yoga
    (Wenn ich damit halt meine Ziele erreichen kann, hier bin ich mir noch etwas unsicher..)

    Trotzdem vielen Dank für deine Antwort, vielleicht fange ich wieder ernsthaft an mit Kettlebells zu trainieren 🙂 und man sieht sich mal beim RKC Prüfung (Ich als Prüfling , du als Prüfer 😀 )

    Viele Grüße,
    Andi

    • Sebastian Müller March 24, 2016, 9:06 am

      Hallo Andi,

      ich fand deine Fragen und dein Feedback super! Sie sind wichtig für mich, weil ich mir dann auch wieder mehr Gedanken zu bestimmten Themen machen darf. Und bestimmt hatten noch mehr diese Fragen ohne die Lust oder Muse zu haben, sie als Kommentar zu formulieren.

      Zu deinen Zielen. Irgendwie muss ich die ganze Zeit an Leute wie Adam T Glass denken und die Leute von der Dieses Crew. Ich bin mir fast 100% sicher, dass du von den Jungs neue Impulse fürs Training bekommen kannst.

      Check sie mal aus.

      Ansonsten kannst du vor allen fürs MMA Training mit schweren und mittleren Kettlebells und nem 5cm Kletterseil punkten. Wenn du im Krafttraining schwere Turkish Get Ups, Start Stop Swings, Double Clean & Squats und Seilklettern(oder rudern) ausführst, werden dich dein Gegner hassen. 🙂

      Und na klar! Würde mich freuen, wenn wir uns mal über den Weg laufen. 🙂

      Grüße,
      Sebastian

  • Patrick von Kettlebell Info November 13, 2016, 10:03 pm

    Hi Sebastian,
    das ist eine sehr schöne Übersicht.
    Besonders Nr. 5 gefällt mir, die Kettlebell als misshandeltes Weizensackmessgerät. Ha, so habe ich das bisher noch nie gesehen 🙂
    Grüße,
    Patrick

    • Sebastian Müller November 15, 2016, 8:07 am

      Hallo Patrick,

      zum Glück wurden weitere Einsatzgebiete mit der Kettlebell entdeckt. Sonst hätten wir heute weniger Spaß im Training. 🙂

      Beste Grüße,
      Sebastian

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