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Fundamentales Training: Komm Runter – Komm Hoch – Bewege Es

Turkish Get Up mit Kettlebell„Bewegung ist Leben“

Eines meiner Prinzipien ist, Bewegung über Training zu stellen.

Ich glaube daran, dass du deinen Alltag besser bewältigen kannst, wenn du dir deine fundamentale Beweglichkeit erarbeitest.

Auf fundamentale Beweglichkeit kannst du effektiv Kraft aufbauen.

Es ist die gleiche Reihenfolge die wir als Kinder durchliefen.

Als Babys waren wir hypermobil und mussten an unserer Stabilität arbeiten. Mit fundamentaler Mobilität und optimaler Stabilität sind wir nach und nach stärker geworden.

Niemand erklärte uns wie das geht. 

Wir bewegten uns in unseren Grenzen und erweiterten diese mit spielerischer Bewegung. Das war schon alles. Mehr brauchte es nicht.

Wir haben nicht ein- bis zweimal am Tag trainiert. Wir haben uns täglich bewegt.

Was damals funktionierte, geht heute auch noch.

Komm runter

Bewege dich am Boden.

Rollen und Krabbeln war nicht nur für unsere Entwicklung als Kinder entscheidend.

Durch einseitige Alltagsbelastungen oder dem täglichen Bewegungsmangel profitierst du auch heute davon.

Auf dem Boden zu rollen oder zu krabbeln, ist der einfachste Weg mehr Bewegung in dein Leben zu bringen. Jedoch auch der Schwierigste. Du wirst es spüren, wenn du das erste Mal versuchst nach vorne, zur Seite oder nach hinten zu rollen.

Das Gleiche ist es beim Krabbeln. Du wirst überrascht sein, wie anstrengend so eine „einfache“ Übung sein kann, wenn du sie länger nicht ausgeführt hast.

Die gute Nachricht ist, dass diese Bewegungen vom Körper schnell wieder erlernt werden und dir schnell leichter fallen werden.

Und es reichen täglich 5 Minuten.

Komm hoch

Steh auf und bewege dich.

Gehe laufen – schnell und langsam, Stell dich auf die Hände, Zieh dich irgendwo hoch oder drück dich von etwas weg. Beuge und Biege dich.

Kurz – Bewege deinen Körper durch den Raum.

Wenn du es schaffst deinen Körper der Umwelt anzupassen, hast du gewonnen.

Leider passiert im Alltag das genaue Gegenteil.

Alles wird weicher und auf den Körper angepasst. Wir werden in Watte eingepackt und Widerstände werden nach und nach aus dem direkten Umfeld verbannt.

Türen gehen automatisch auf, Treppen rollen, Betten sind auf „optimaler“ Höhe…

Unser Körper funktioniert nach den „Use ist or loose it – Prinzip“. Was er nicht benötigt, wird abgeschafft.

Wir sind auf dem besten Weg uns ohne Hilfe nicht mehr durch den Raum bewegen zu können (und wenn wir der Wahrheit ins Auge schauen damit nicht mehr eigenständig lebensfähig).

Was uns im Kindesalter zur Selbstständigkeit verholfen hat, zerstören wir täglich mit brutaler Effizienz und klopfen uns dabei auf die Schulter wie fortschrittlich wir sind.

Daran scheitern viele moderne Fitness-Angebote. Alles wird auf den Kunden angepasst damit der Kunde sich an nichts mehr anpassen muss. So wie er es im modernen Alltag gewohnt ist.

Kein Wunder, dass sich auf diese Art und Weise keine Resultate einstellen.

Bewege es

Bist du gut darin dein eigenes Körpergewicht durch die Umwelt zu bewegen, wird es Zeit deine Umwelt zu bewegen.

Dinge heben, schieben, ziehen, tragen, werfen.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten.

Du solltest in der Lage sein schwere Gegenstände vom Boden zu heben.

Du solltest in der Lage sein schwere Gegenstände schieben und ziehen zu können.

Du solltest dein Körpergewicht in beiden Händen tragen können (und ja, vorher musst du es heben können).

In meinen Augen ist eine der effektivsten Möglichkeiten im Training dir ein Gewicht zu schnappen und es vom Boden über Kopf zu bringen.

Der Turkish Get Up ist ein perfektes Beispiel wie so eine Bewegung mit Zusatzgewicht aussehen kann.

Zusammen mit dem Heben, ist es ist die erste Bewegung die ich in meinen Seminaren und Kursen unterrichte. 

Solltest du gerade mit dem Training beginnen, ist es die perfekte Reihenfolge.

Erobere den Boden – Erobere den Stand – Erobere deine Umwelt

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Comments on this entry are closed.

  • sascha October 15, 2015, 7:16 pm

    Hi Sebastian,

    einfach genial geschrieben und auf den Punkt gebracht!
    Also, wie immer hier auf dem Blog 🙂

    Starker GET Up!

    Viel Erfolg in der neuen Location!

    VG
    Sascha

    • Sebastian Müller October 16, 2015, 8:12 am

      Hallo Sascha,

      vielen Dank! Immer wieder schön von dir zu lesen!

      Es macht so viel Spaß wieder in eigenen Räumlichkeiten zu trainieren. Ich habe viel mehr Einfluss darauf wer um mich herum trainiert und es “schwingt” wieder alles so wie es soll. Da lassen sich die großen Gewichte gleich etwas leichter bewegen. 🙂

      Ich hoffe bei dir läuft es auch. Deine “einfaches Training und tägliche Mobilisation” Videos sind super!

      Beste Grüße,
      Sebastian

  • Fuchs October 20, 2015, 9:53 am

    Hallo Sebastian,

    wie oft erzähle ich genau das meinen Patienten!?! Du sprichst mir aus der Seele. Danke!

    Eine Frage zu Deinem GetUp: Wir haben bei Dir gelernt in die hohe Brücke zu gehen. Das sehe ich aber auf Deinen Videos nicht mehr. Warum?

    Liebe Grüße von Deinem Lieblingsfuchs

    • Sebastian Müller October 20, 2015, 9:04 pm

      Hey Fuchs,

      die Brücke hatte mehr einen korrektiven Ansatz (kommt aus dem Functional Movement System).

      Die RKC ist jedoch die Schule der Kraft und wir nutzen den TGU um #lächerlichStark zu werden. 🙂

      Wenn du wenig Gewicht nutzt, macht die Brücke Sinn. Solltest du jedoch schwer gehen (und das solltest du wenn du es kannst), macht sie deinen TGU instabiler und das wäre zum Nachteil.

      LG Sebastian

  • Thomas Täschner June 2, 2017, 1:23 pm

    Hallo Sebastian,
    5 Daumen hoch für deinen Beitrag!!!
    “Lebensfit” ist das Schlagwort. Ich arbeite seid ca 20 Jahren als Trainer und hatte vor längerer Zeit mal einen Slogan (in Anlehnung an IKEA): “Trainierst du noch oder lebst du schon?”. Damals war das Bewusstsein dafür leider noch nicht soweit. Umso erfreulicher, dass ich den Gedanken jetzt auch bei dir wieder finde!
    Weiter so!
    Vielen Dank dafür 🙂

    • Sebastian Müller June 2, 2017, 8:59 pm

      Hi Thomas,

      vielen Dank für dein Feedback. Ich lebe dieses Motto seit 7 Jahren und kann doch recht viele Sportbegeisterte dafür gewinnen. 🙂 Immer schön vorleben und selbst anwenden.

      Beste Grüße,
      Sebastian